Prüfer | Vorgeschichte   Warum prüfen?
Vorgeschichte
 
       
  Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte der österreichische Brückenbauer MELAN die Idee, biegesteife Stahlträger im Montagezustand als Rüstträger zu verwenden, die im Endzustand gleichzeitig die biegesteife Bewehrung darstellen. Zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde diese Entwicklung auf den Hochbau übertragen, was bis zur DIN 1045 aus dem Jahre 1932 zu einer großen Anzahl von verschiedenen Deckenausbildungen führte, die die Patentämter überschwemmten und sich häufig zur Umgehung des Patentschutzes in Detailänderungen unterschieden.    
       
  Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 1)   Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 2)    
       
           
  Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 3)   Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 4)    
       
           
  Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 5)   Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 6)    
       
           
      Massivdecken - Eisensteindecken (Bild 7)    
  Wegen der auch aus heutiger Sicht schwierigen Beurteilbarkeit dieser Konstruktionen, forderte die DIN 1045 von 1932,

"daß Walzträger in Beton, deren Steghöhe einen erheblichen Teil der Balkenhöhe ausmachen, nicht als Zugeinlagen in Rechnung gestellt werden dürfen".
     
       
  Damit wurde die Patenthascherei eingedämmt, jedoch war es außerdem zu eine Reihe von Bauunfällen gekommen, die den Ruf der Öffentlichkeit nach staatlicher Prävention erzeugten. Das war die Geburtsstunde der Prüfingenieure für Baustatik, deren breit gefächertes Tätigkeitsfeld die Standsicherheitsprüfung wurde. Dem Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft wurde entsprochen, indem am 3. Dezember 1926 durch den Erlass des Preußischen Ministers für Volkswohlfahrt die Prüfingenieure für Baustatik als Spezialisten in die Tätigkeit der Bauaufsichtsbehörden einbezogen wurden.   nach oben